Wie funktionieren Suchmaschinen und worauf kommt es beim Ranking wirklich an?

Wie funktionieren Suchmaschinen und worauf kommt es beim Ranking wirklich an?


Kennt ihr die legendäre Geschichte von Alex Tew?

Es war Sommer 2005 und das erste Semester für den ehemaligen britischen Studenten.

Vor ihm lag ein Wirtschaftsstudium und ein drohender Schuldenberg

Denn für die nächsten Semester würde er für Unterkunft und Gebühren rund 10.000 Euro jährlich aufbringen müssen.

Doch eine geniale Idee verhalf ihm in nur 5 Monaten zu über 1.000.000 $.

Die "Million Dollar Homepage"

Er rief eine simple Website mit der Domain milliondollarhomepage.com ins Leben und verkaufte darauf Werbefläche für 1$ pro Pixel.

Das Angebot war limitiert, denn die Seite bestand lediglich aus 1.000.000 Pixeln.

"Own a piece of internet history!"

Durch Pressemitteilungen und Mundpropaganda verbreitete sich diese neuartige Idee schlagartig und kam so auf unglaubliche 3,2 Millionen Besucher in nur 2 Wochen.

Eine Kettenreaktion - denn durch die zunehmende Aufmerksamkeit wurden die pixeligen Werbeflächen noch begehrter.

Noch heute nimmt die Website, welche nur aus 66 Wörtern besteht, unter dem Suchbegriff "Million Dollar" Platz 2 ein und hat bewiesen, dass Suchmaschinenoptimierung mehr als nur eine geschickte Platzierung von Keywords ist.

million dollar homepage idea

Wie funktionieren Suchmaschinen und was können wir von Alex Tew lernen?

Wir investieren so viel Zeit für ein individuelles Webdesign, entwerfen ein kreatives Logo, stecken unser Herzblut in hochwertige Texte und binden Google in unser Abendgebet ein. 

Und dennoch bleiben am Ende die Besucher aus.

Suchmaschinenoptimierung interessiert nicht jeden, aber wenn wir es ignorieren lenken wir unsere Website so unzuverlässig wie eine Flaschenpost.

seo ist wichtig

Gerade wenn wir frisch mit unserem Business begonnen haben und Reichweite aufbauen möchten kann dieses Thema schon mal untergehen.

Dabei lohnt es sich frühzeitig einige Dinge zu beachten und den Suchmaschinen zu zeigen, dass man da ist.

Was haben Suchmaschinen und Restaurants gemeinsam?

Wie groß ist die Chance, dass wir ein Restaurant, in dem das Essen nicht geschmeckt hat und die Bedienung unfreundlich war, erneut besuchen?

Nun ja ... falls wir bisher begeistert waren und dieses eine Mal ein Ausreißer war, dann geben wir dem Lokal sicher noch eine Chance. Doch mit jeder weiteren negativen Erfahrung sinkt unser Vertrauen.

Wir möchten einfach nicht enttäuscht werden und das gilt auch bei Suchmaschinen.

Die Suchergebnisse sind die Menükarte von Google und Platz 1 ist die Empfehlung des Chefkochs.

Wir erwarten auf der ersten Seite der Suchergebnisse die Antwort auf unsere Frage. Und vertrauen - mit einem Marktanteil von 95% -  in Deutschland vorrangig Google.

Doch egal ob Google, Bing oder Lycos (ja, die Suchmaschine mit dem schwarzen Hund gibt es noch), alle verfolgen ein oberstes Ziel:

Das bestmögliche Nutzererlebnis schaffen und dabei negative Erfahrungen vermeiden.

Der erste Kontakt mit dem Crawler .... was?!

Bevor unsere Website überhaupt im Ranking gefunden werden kann, muss diese erstmal von einer Suchmaschine erfasst werden. 

Dabei durchläuft sie fortlaufend 3 Phasen: Crawlen, Messen, Bewerten, Crawlen, Messen, Bewerten .... usw.

crawlen messen bewerten

Dafür werden sogenannte Webcrawler eingesetzt. Google bezeichnet diese schlichtweg als Googlebot. Nicht kreativ, aber funktional.

Dahinter verbergen sich enorm viele Computer, die tagtäglich Milliarden von Webseiten crawlen oder einfacher ausgedrückt durchsuchen.

Der Crawler ist dafür verantwortlich, dass unsere Seite überhaupt auf Google gelistet wird.

Wie oft und wie umfangreich unsere Website dabei gescannt wird, hängt von dem verfügbaren Crawl-Budget ab.

Je höher unsere Website durch die Suchmaschine bewertet wird, desto mehr Crawl-Budget wird eingesetzt.

Die Suchmaschine ist sozusagen unser Investor und zahlt mit Computer-Power, welche für die Erfassung unserer Website notwendig ist. 

Und wie jeder gute Investor möchte der Internetriese aus Kalifornien dieses Geld sinnvoll anlegen und keine unzufriedenen Kunden.

Unzufrieden wäre ein Nutzer von Google beispielsweise, wenn er in den Suchergebnissen auf unsere Seite klickt und diese nicht mehr verfügbar ist.

Google setzt alles daran, dieses zu verhindern: gut platzierte Seiten werden häufiger durchsucht und fehlerhafte Seiten mit schlechten Rankings abgestraft.

crawling wie funktioniert eine suchmaschine 1

Wer viel misst, misst viel weniger Mist.

Suchmaschinen sind quasi die Kreuzfahrtschiffe des Internets. Sie cruisen umher und bringen die Besucher zum gewünschten Ziel.

Um die richtigen Ziele auf der "Menükarte" anzubieten, werden viele, viele Messungen durchgeführt.

Dabei entsteht viel Aufwand, aber von "Mist" wird sich auch frühzeitig verabschiedet.

Angenommen das Crawlbudget wäre eine Sanduhr.

Wenn wir durch unkomprimierte Bilder, unnötige Seiten und aufwändige Plugins lange Ladezeiten verursachen, dann nutzen wir das bereitgestellte Crawl-Budget nicht sinnvoll aus.

Denn auf Wartezeit haben Suchmaschinen und letztendlich auch ihre Nutzer keine Lust und deshalb ist der Algorithmus so ausgelegt, dass langsame und irrelevante Seiten seltener gescannt werden.

Selten heißt dann aber auch, dass unsere neuen Inhalte nicht so schnell in den Index aufgenommen werden und wir nicht auffindbar sind.

crawl budget wie funktioniert eine suchmaschine

Zu diesen sogenannten OnPage-Faktoren gehört neben der Ladezeit auch die korrekte Formatierung von Texten, der Einsatz von Keywords und die Verweildauer unserer Besucher.

Wenn unsere Besucher viel Zeit auf unserer Website verbringen, dann ist dies ein positives Nutzersignal für Google & Co. Die Dinge, die auf unserer Website geschrieben stehen, scheinen demnach für die Kunden relevant zu sein.

Auch außerhalb unserer Website (OffPage) misst Google das Nutzerverhalten.

Ein wichtiges Kriterium dieser OffPage-Faktoren sind Backlinks.

Dabei handelt es sich um nichts anderes als einen gewöhnlichen Link, der von einer anderen Website auf unsere führt.

Das "Link Juice" - Prinzip

Dieses Prinzip war der Durchbruch für die "Million Dollar Homepage", denn als sich die Website viral verbreitete, wurde von überall auf der Welt darüber berichtet.

Also was ist geschehen? 

Stellen wir uns vor eine große Tageszeitung veröffentlicht einen Online Bericht über uns.

In diesem befindet sich ein Link (Backlink), der zu unserer Seite führt und es Google gestattet diesem zu folgen. Also ein sogenannter DoFollow-Link. Nur kurz dazu: das Gegenteil wäre ein NoFollow-Link.

Da diese Tageszeitung bei Google eine hohe Relevanz genießt, wird durch diesen Link ein Teil dieses Vertrauens auf unsere verlinkte Seite, zum Beispiel die Startseite, übertragen.

Wir nennen dieses Vertrauen "Link Juice" und stellen uns eine große Kanne voller Orangensaft vor.

Diese Gießkanne wird nun auf unserer Startseite verteilt, da auf diese von der Tageszeitung verlinkt wurde.

link juice prinzip grafik

Alle Unterseiten, z.B. das Impressum, der neue Blogbeitrag und unser Shop, welche direkt von unserer Startseite aus erreichbar sind, bekommen jetzt etwas von dieser Vertrauens-Power ab.

Davon profitieren unsere Content- und Produktseiten, aber auch die für unser Angebot uninteressanten Seiten.

Wenn wir also von unserer Startseite ausgehend auf 10 weitere Unterseiten verknüpfen, dann erhält jede dieser Seiten nur 10% der Link Juice Power.

Die Wirkung von diesem Prinzip verstärkt sich mit jedem Link und so konnte Alex Tew, trotz mangelhafter OnPage-Faktoren anderen Seiten über Nacht den Rang ablaufen.

Was wir über die Bewertung von Suchmaschinen wissen

Über den Bewertungs-Algorithmus von Google gibt es viele Annahmen und Gerüchte.

Aber Fakt ist, Google legt mehr und mehr Wert auf die Nutzersignale von Besuchern und anderen Webseiten, was diese Aussage eines Google Analysten nochmal bestätigt.

There’s no minimum length, and there’s no minimum number of articles a day that you have to post, nor even a minimum number of pages on a website. In most cases, quality is better than quantity. Our algorithms explicitly try to find and recommend websites that provide content that’s of high quality, unique and compelling to users. Don’t fill your site with low-quality content, instead work on making sure that your site is the absolute best of its kind.
John Müller, Webmaster Trend-Analyst, Google Schweiz

FAZIT

Bei der "Million Dollar Homepage" gab es genügend Nachahmer, doch niemand konnte an den Erfolg von Alex Tew anknüpfen. Die Idee war simpel und neu und dadurch besonders genial.

Wenn wir mit einzigartigen und qualitativen Inhalten andere begeistern, dann können wir unsere ganz eigene Geschichte schreiben. Es geht dabei nicht nur um Reichweite, sondern um den Nutzen für unsere Besucher.

Ohne solch eine gigantische Aufmerksamkeit in den Medien bedeutet eine eigene Website vor allem eins: Ausdauer. Denn Suchmaschinenoptimierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon und der Friedhof von stillgelegten Webseiten ist riesig.

Wer sich vor diesem Aufwand nicht abschrecken lässt lernt dabei wie man sich selbst motiviert und am Ball bleibt. Eine Schlüsselfähigkeit für jeden Gründer.

Wie sieht es bei euch aus?

Plant ihr selbst gerade eine Website oder habt ihr bereits eine?

Schreibt es in die Kommentare! 

Stay tuned and grow.

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